Transformation der Veranstaltungstechnik 2025/2026

Digitalisierung, immersive Technologien und Nachhaltigkeit verändern Licht, Ton und Produktion. Fokus Schweiz – mit Blick auf XR-Anwendungen in der Eventbranche und Industrie 4.0.

Veranstaltungstechnik im Umbruch: Trends, Dienstleister und Technologien 2025/2026

Ein Markt im Wandel

Die Veranstaltungsbranche in der Schweiz und Deutschland befindet sich in einer Phase der rapiden Transformation. Angetrieben durch technologische Innovationen, veränderte Kundenerwartungen und einen gesteigerten Fokus auf Nachhaltigkeit, redefinieren etablierte Player wie Habegger als grösster Schweizer Veranstaltungstechniker, die Scandola Light Audio Media GmbH aus der Ostschweiz oder die photon Veranstaltungstechnik GmbH aus Deutschland ihre Dienstleistungen. Gleichzeitig prägen Spezialisten wie der Tontechniker Maurice Velati oder Monkey Productions aus St.Gallen mit gezieltem Live-Sound-Angebot das Segment der kleinen bis mittleren Events.

Kernkompetenzen: Von der Planung bis zur Umsetzung

Live-Tontechnik und Beschallung

Das Fundament jeder Veranstaltung bleibt der Klang. Anbieter wie HVT Veranstaltungstechnik setzen auf technisch ausgereifte Komplettsysteme, die von dezentralen Lautsprechersystemen für Foyers bis zu controller-gesteuerten Hochleistungsanlagen für Rock- und Klassik-Konzerte reichen. Für Tourneen und Festivals garantiert d&b audiotechnik mit ihrem Systemansatz und Produkten wie der SL-Serie oder dem Soundscape präzise, kraftvolle Klangleistung. Bei Elektro-Festivals kommen Systeme wie RCF HDL 30-A zum Einsatz, wie am Festival „Dolan Beats“ in Schwäbisch Hall zu sehen war, wo dBTechnologies mit RCF-Equipment 5.000 Besucher beschallte.

Auf der Ebene einzelner Techniker spezialisiert sich Maurice Velati als «Tönler» auf Pop, Rock, Punk und Metal in kleinen Clubs und Festivals, während Monkey Productions neben Konzerten auch Firmenanlässe, Theaterproduktionen und Generalversammlungen betreut. Die SDS Music Factory AG agiert als Value-Added-Distributor seit 1993 und beliefert den professionellen Markt mit Marken wie L-Acoustics, QSC Pro Audio, Allen&Heath und Yamaha.

Medientechnik und Staging

Über den reinen Ton hinaus bieten Full-Service-Anbieter wie Scandola oder Bluetrac seit über 30 Jahren ganzheitliche AV-Konzepte. Habegger setzt mit dem hauseigenen Traversensystem «Infratruss» Massstäbe im Staging-Bereich. Für mobile Bühnenlösungen bietet HVT die SmartSTAGE-Serie (120, 27, 20) als Trailerbühnen an. Die lichtundton.ch ergänzt das Portfolio durch Dry-Hire-Angebote und ist Partner von Revox.

Technologische Innovationen und Zukunftstrends

Immersive und 3D-Audioformate

Ein zentraler Trend ist der Wandel vom reinen Stereo- oder Surround-Sound zu immersiven dreidimensionalen Klangerlebnissen. Während Dolby Audio auf kanalbasiertem 2D-Sound basiert und für Klarheit sowie automatische Lautstärkeanpassung sorgt, ermöglicht Dolby Atmos als objektbasiertes System einen 360-Grad-Sound mit Höhenkanälen. d&b audiotechnik setzt mit «Soundscape» auf entsprechende Technologien für Live-Events, während Yamaha auf der ISE 2026 in Barcelona ihre «Sound xR Technologie» für immersive Klangwelten präsentiert.

Digitalisierung, KI und Hybride Events

Die Integration von Künstlicher Intelligenz und Datenanalyse verändert die Eventplanung grundlegend. Laut Analysen von TSE Entertainment nutzen Veranstalter 2025 verstärkt KI-gestützte Analytics für die Künstlerbooking-Entscheidung, personalisierte Marketingkampagnen und Chatbots für den Kundenservice. Hybride Formate, die physische Präsenz mit Livestreaming und VR-Elementen verbinden, sind dabei ebenso etabliert wie «cashless» Zahlungssysteme und smarte Ticketing-Lösungen auf Blockchain-Basis.

Photon Veranstaltungstechnik setzt auf «Smart Stages» mit KI-gestützter Licht- und Tonsteuerung sowie automatisierte Regie-Software. Yamaha präsentiert auf der ISE 2026 zudem eine automatisierte Voice-Lift-Setup-Technologie für Konferenzanwendungen.

Nachhaltigkeit und neue Eventformate

Green Events und ökologische Verantwortung

Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr. Von CO2-neutralen Festivals bis zu energieeffizienter LED-Technik und akkubetriebenen Soundanlagen setzen Anbieter auf «Green Events». Massive Attack tourte bereits mit d&b audiotechnik für das «grösste CO2-arme Konzert» in Bristol. Auch bei der Auswahl von Vendoren für Musikfestivals liegt der Fokus zunehmend auf veganen, plant-based Angeboten und fair gehandelten Merchandise-Produkten aus upcycelten Materialien.

Event Tourismus und Hyper-Personalization

Festivals entwickeln sich verstärkt zu Reisezielen. Laut Branchenbeobachtungen reisen 77 Prozent der Festivalbesucher gezielt an, weshalb Veranstalter Tickets zunehmend mit Unterkünften und lokalen Attraktionen bündeln. Parallel dazu steigt die Erwartungshaltung an personalisierte Erlebnisse: Von interaktiven Kunstinstallationen bis zu maßgeschneiderten VIP-Upgrades und kontaktlosen Bestellsystemen über Festival-Apps definieren «Hyper-Personalization» und digitale Integration das Besuchererlebnis neu.